Perfektionismus in der Perimenopause: Warum weniger Druck oft mehr hilft
Viele Frauen, die in mein Coaching kommen, haben viel erreicht.
Sie tragen Verantwortung im Beruf, kümmern sich um Familie und Beziehungen und sind es gewohnt, zuverlässig zu funktionieren. Oft sind sie diejenigen, die alles im Blick behalten und für andere da sind.
Und genau das wird in der Perimenopause plötzlich anstrengender.
Was früher noch irgendwie funktioniert hat, kostet heute deutlich mehr Kraft.
Viele Frauen reagieren darauf zunächst mit noch mehr Anstrengung:
Sie versuchen, sich besser zu organisieren.
Sie wollen weiterhin alles schaffen.
Sie setzen sich unter Druck, „wieder so zu werden wie früher“.
Doch was, wenn nicht mangelnde Disziplin das Problem ist?
Sondern die hohen Erwartungen, die wir an uns selbst stellen?
Perfektionismus als Stressverstärker
Stress entsteht nicht nur durch äußere Belastungen.
Auch unsere Gedanken, Ansprüche und inneren Antreiber können dazu beitragen, dass wir uns dauerhaft unter Druck setzen.
Typische Gedanken sind:
Ich muss alles schaffen.
Ich darf niemanden enttäuschen.
Ich muss stark sein.
Ich darf mir keine Schwäche erlauben.
Ich sollte mich nicht so anstellen.
Andere bekommen das doch auch hin.
Solche Überzeugungen können dazu führen, dass wir Warnsignale des Körpers übergehen und die eigenen Bedürfnisse immer wieder hinten anstellen.
In der Stressforschung spricht man hier von mentaler Stresskompetenz: der Fähigkeit, die eigenen Denkmuster und Bewertungen zu erkennen und einen hilfreichen Umgang damit zu entwickeln.
Warum Perfektionismus in der Perimenopause besonders belastend werden kann
Die hormonellen Veränderungen der Perimenopause beeinflussen Schlaf, Energie und Belastbarkeit.
Viele Frauen merken, dass sie nicht mehr so viel kompensieren können wie früher.
Und genau das kann verunsichern.
Vielleicht fragst du dich:
„Warum schaffe ich das plötzlich nicht mehr?“
„Warum bin ich so empfindlich geworden?“
„Warum fällt mir alles schwerer?“
Nicht selten entsteht dann der Versuch, die nachlassenden Ressourcen durch noch mehr Disziplin auszugleichen.
Doch ein Körper, der mehr Erholung braucht, lässt sich nicht dauerhaft überlisten.
Perfektionismus hinterfragen
Perfektionismus abzulegen bedeutet nicht, die eigenen Ansprüche komplett aufzugeben.
Es bedeutet vielmehr, neugierig auf die eigenen Antreiber zu werden.
Vielleicht helfen dir folgende Fragen:
Was erwarte ich eigentlich von mir?
Würde ich dieselben Maßstäbe an eine Freundin anlegen?
Was passiert, wenn nicht alles perfekt ist?
Wem möchte ich etwas beweisen?
Was kostet mich mein hoher Anspruch?
Was würde sich verändern, wenn „gut genug“ ausreichen dürfte?
Manchmal sind wir strenger mit uns selbst als mit jedem anderen Menschen.
Gut genug ist oft wirklich gut genug
Viele Frauen haben gelernt, dass sie sich ihren Wert durch Leistung verdienen müssen.
Dass sie stark sein, funktionieren und allem gerecht werden sollten.
Doch vielleicht darf sich gerade in der Perimenopause etwas verändern.
Vielleicht geht es nicht mehr darum, alles perfekt zu machen.
Sondern darum, mit den eigenen Kräften achtsamer umzugehen.
Nicht alles gleichzeitig zu schaffen.
Und nicht immer für alle da zu sein.
Mentale Stresskompetenz bedeutet nicht, positiv denken zu müssen
Es geht nicht darum, sich alles schönzureden.
Es geht darum, einen freundlicheren und realistischeren Blick auf sich selbst zu entwickeln.
Zu erkennen, welche Gedanken zusätzlichen Druck erzeugen.
Und sich immer wieder zu fragen:
Muss ich das wirklich?
Ist dieser Anspruch gerade hilfreich?
Was würde ich einer guten Freundin raten?
Was brauche ich im Moment wirklich?
Weniger Druck. Mehr Selbstfürsorge.
Die Perimenopause ist nicht nur eine Zeit hormoneller Veränderungen.
Sie kann auch eine Einladung sein, alte Muster zu hinterfragen.
Vielleicht musst du nicht noch mehr leisten.
Vielleicht musst du nicht wieder die werden, die du einmal warst.
Vielleicht darfst du lernen, mit dir selbst freundlicher umzugehen.
Denn Stressbewältigung bedeutet nicht nur, äußere Belastungen zu reduzieren.
Sie bedeutet auch, den Druck zu verringern, den wir uns selbst machen.
Und manchmal beginnt genau dort Veränderung.
Unterstützung in der Perimenopause
In meinem Coaching und meinem Gruppenprogramm begleite ich Frauen dabei, ihren Stress besser zu verstehen, innere Antreiber zu erkennen und einen Umgang mit sich selbst zu entwickeln, der weniger von Druck und mehr von Selbstfürsorge geprägt ist.
Denn es geht nicht darum, noch mehr zu leisten.
Sondern darum, gut für die eigenen Ressourcen zu sorgen.